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häufige Fragen
wie ist die Rechtslage beim Bogenschießen in Bezug auf das Waffenrecht. Wo kann man Bogenschießen, was ist zu beachten? Das neue Waffengesetz gibt eindeutig an, dass Bögen keine Waffen sind, und deshalb aus dem Waffengesetz herausfallen. Anders gesagt: Bögen sind in Deutschland reine Sportgeräte, wie Tennisschläger, Golfschläger, Fußbälle usw.
Schießen können Sie überall, wo es die Grundstückseigentümer und die Grundstückspächter nicht verbieten (vergessen Sie dabei nicht, die Jäger mit ihrem gepachteten Jagdrecht auf einem Grundstück zu fragen). Viele schießen z.B. in ihrem eigenen Garten, oder der Landwirt hat ihnen erlaubt, auf der leeren Wiese zu schießen.
Zu beachten ist, dass niemand verletzt oder behindert wird. Es gilt der gesunde Menschenverstand (siehe Rubrik -vor dem ersten Schuss-)
Da der Winter naht, würde ich gern wissen, wie gut der Bogen (Ragim/Black Flash) niedrige Temperaturen verträgt,denn ich habe nur die Möglichkeit im Freien zu Schießen.Ab welchen Außentemperaturen sollte der Bogen draußen nicht mehr verwendet werden? Im Grunde ist es kein Problem mit dem Bogen im Winter zu schießen. Einzige Vorrausetzung ist, dass sie den Bogen nicht in den Schnee oder Matsch legen. Wenn Sie fertig geschossen haben den Bogen einfach kurz abreiben und in eine Tasche oder ähnliches legen und alles ist gut.
Bitte um Auskunft bzw. detailierte Beschreibung. Was ist eine Zielscheibe aus Karphos? Karphos ist gekämmtes, gepresstes Stroh in Streifen, die mit Pappe kaschiert sind. Es ist ursprünglich für den Hausbau gedacht gewesen, Es hat sich seinerzeit aber auch im Bogensport durchgesetzt, da man darauch gute Zielscheiben bauen konnte.
Qualitäts-Turnier-Zielscheiben bestehen aus ausgesuchtem Karphos-ähnlichem Material (ohne störende Papp-Kaschierung), dass auch nur zu einem bestimmten Grad gepresst ist, damit man die Pfeile wieder herausbekommt. Das Stroh liegt längs zur Schussrichtung. Die Pfeile können sich dann zwischen das Stroh quetschen, ohne es großartig zu beschädigen. Dadurch wird die hohe Lebensdauer dieser Scheiben erreicht.
Hallo! Wie tauscht man die Karphos Streifen aus ? auf alle Fälle nicht ALLEINE ;-) Legen Sie die Zielscheibe auf eine ebene Fläche, und lösen Sie die Schrauben des Umreifungsbandes der Zielscheibe (vorsichtshalber ein Ratschen-(Zurr-)band um die Zielscheibe legen, da sie unter Spannung steht). Anschließend lösen Sie das Ratschenband, entnehmen vorsichtig den schadhaften Streifen, und setzen den neuen Streifen ein. Falls die Länge nicht passt – zuschneiden. Zum Schluss legen Sie das Umreifungsband wieder um die Zielscheibe, ziehen es mit dem Ratschenband soweit zusammen, dass die Schraublöcher wieder übereinander liegen, und schrauben das Ganze wieder zusammen – fertig.
Was ist der Unterschied zwischen Recurve und Compound? Schauen Sie sich die Armbrüste oder Bögen mal genau an: Recurvearmbrüste und Recurvebögen sind aufgebaut, wie Sie es wohl erwarten - ein geschwungener Bogen, an dem die Sehne direkt befestigt ist. Das Zuggewicht wirkt nur im hinteren Teil komplett auf die Pfeile
Compoundarmbrüste und Compoundbögen haben ein Flaschenzugsystem mit Exzenterrollen, die im vorderen Bereich schwer zu ziehen sind, und anschließend durch den Exzenter relativ leicht. Dadurch steht beim Compound-System die Kraft im vorderen Bereich zur Verfügung - der Pfeil bekommt die vollen lbs. also erst zu spüren, wenn er schon in Bewegung ist. Dadurch hat man eine weitaus größere Pfeilbeschleunigung als bei gleich starken Recurvemodellen.
Zudem ist gerade bei Comoundbögen ein Vorteil entscheidend: im ausgezogenen Zustand halten sie nur noch durchschnittlich 1/3 des Zuggewichtes fest - also bei einem 60 lbs.-Bogen nur noch ca. 20 lbs. Dadurch können Sie auch einen starken Bogen ruhig halten.
Sollte man erst mit einem Recurvebogen anfangen, und später erst auf Compound umsteigen? Es wird empfohlen, erst mit einem Recurvebogen anzufangen. Diese Meinung teile ich aber nicht unbedingt: Wer Motorrad fahren will, muss auch nicht erst einen Autoführerschein machen.
Die Empfehlung kommt daher, dass es Compoundbögen erst seit knapp 40 Jahren gibt, und der Boom erst in den letzten Jahren gekommen ist. Es steckt also auch viel „Das haben wir immer so gemacht“ hinter solchen Empfehlungen.
Der wirkliche Unterschied: beim Recurvebogen muss der Schütze ein hohes Zuggewicht ruhig halten. Aufgrund des trotzdem relativ geringen Zuggewichtes gegenüber einem Compoundbogen, sind die Schussentfernungen geringer.
Beim Compoundbogen ziehe ich zwar evtl. 60 lbs., halte im gezogenen Zustand aber nur noch ungefähr ein Drittel (bei einem Let-Off von 65%), also nur noch rund 20 lbs. Deshalb kann ich ihn ruhig halten, und habe trotzdem 60 lbs. „Dampf“. Das reicht auch für größere Entfernungen.
Ich persönlich schieße übrigens lieber Recurve, da mir die Spannung, die ich im Körper aufbauen und halten muss, beim Compoundbogen zu gering ist ;-)
Ich möchte mir gerne einen Recurve-Bogen kaufen, um selbst mit dem Schießen anzufangen. Da ich am liebsten traditionell über das shelf schießen möchte, würde ich gerne wissen, ob das mit den "typischen" Anfängerbögen wie Silver Cup (Ragim Victory?) oder Wave möglich ist? Ist der GreenTiger Deluxe nicht eigentlich zu klein? Shelfschießen bedeutet eigentlich das Schießen über den Handrücken. Dafür sind Langbögen, wie Reiterbögen, der Lanura oder noch Besser der Lanura OES (Old English Style) geeignet. Ebenfalls als Shelfschießen wird jedoch oft das Schießen aus dem Bogenfenster ohne Pfeilauflage bezeichnet. Dafür können Sie eigentlich jeden Langbogen mit Bogenfenster (wie z.B. Old Shooter), oder Recurvebogen nehmen. In dem Fall lohnt es sich, ein Filz- oder Lederstück als Auflage in das Bogenfenster zu kleben – das schont die Pfeile und auch den Bogen.
Zum GreenTiger Deluxe: Es ist ein Jagdbogen, und deshalb ist er so klein gehalten. Jedoch sind die Wurfarme bei einem 62-Zoll-GreenTiger Deluxe (der Bogen hat sogar wegen des noch kleineren Mittelteils gegenüber dem GreenTiger nur 60 Zoll) genau so lang, wie bei einem ausgewachsenen FITA-Bogen mit 68 Zoll Länge. Wenn Sie FITA-Schießen machen möchten, würde ich Ihnen diesen Bogen mit gemischten Gefühlen verkaufen – geht aber auch noch (kurze Bögen liegen nicht so ruhig in der Hand). Zum Instinktivschießen mit diesem Bogen habe ich allerdings keine Bedenken.
Der Unterschied: Beim FITA-Schießen zielen Sie lange und ruhig über ein Visier. Irritationen, wie sie z.B. durch einen zu starken Sehnenwinkel verursacht werden (die Finger werden ein wenig eingequetscht, und geben deshalb beim Lösen einen störenden Impuls auf die Sehne ab), sollten minimiert werden. Beim Instinktivschießen (Intuitivschießen) halten Sie den Bogen nur sehr kurze Zeit in voll gespanntem Zustand. Das Ziel peilen Sie an, bevor Sie den Bogen ausziehen. Die Irritationen fallen einfach nicht ins Gewicht.
Da Sie beim Instinktivschießen den Bogen nicht sehr lange voll ausgezogen halten, können Sie einen stärkeren Bogen verwenden, als beim FITA-Recurveschießen. In der Regel sind 10-15 lbs. mehr machbar.
Wie schwer müssen Pfeile mindestens sein? Pfeile sollten ein Mindestgewicht haben, damit der Bogen nicht leidet. Ein zu leichter Pfeil hat einen ähnlichen Effekt, wie ein Leerschuss. Das wurde erstmals zum Problem, als Carbonpfeile auf den Markt kamen.
Die Bogenhersteller haben schon vor Jahren lange getüftelt, und sind auf folgendes Ergebnis gekommen: Mindest-Pfeilgewicht = ca. 5-6 grain/llbs. Zuggewicht.
Ein 60-lbs.-Bogen sollte also keine leichteren Pfeile schießen, als 300 grain (19,5 Gramm). Sollte der Pfeil leichter sein, besorgt man sich einfach eine schwerere Spitze.
Ich habe im Internet gelesen, dass es Bögen gibt, die über 1000 Leerschüsse aushalten. Wo bekomme ich die? Eigentlich NIRGENDS... Diese Aussage dürfen Sie getrost unter “Übersetzungsfehler” verbuchen. Sie hat sich nämlich gebildet, als Carbonpfeile aufkamen, und die den Bogen belastet haben, wie ein Leerschuss (siehe oben). Irgendwie ist dann aus “Schießen mit leichten Carbonpfeilen” ein “Schießen ohne Pfeile” geworden. Tatsache ist, dass es satt und reichlich Bögen gibt, bei denen nach einem oder wenigen Leerschüssen der Schütze vor den Trümmern seiner eigenen Dummheit stand. Also: Egal, was man Ihnen erzählt. Sie sollten Leerschüsse NIE ausprobieren. Sollten Sie es doch vorhaben: den nächsten Bogen können Sie anschließend gerne bei mir kaufen :-)
Ist die Recurvebogentabelle auch für Langbögen anwendbar? Langbögen werden gerne ca. 2 Zoll länger genommen als Recurvebögen. Da ihnen der Recurve zum speichern der Energie fehlt.
Wie ist es mit der Länge bei Compoundbögen? Bei Compundbögen sind 31-37 Zoll die normale Größen. Turnierschützen schießen lieber mit den größeren, da sie stabiler in der Hand liegen. Jäger benutzen lieber die kleineren, weil die nicht so sperrig sind.
Hallo! Wo liegt im Wesentlichen der technische Unterschied zwischen einem Jagd und einem sogenannten Target Compoundbogen? 2) welche Eigenschaften müsste ein CP Bogen haben, wenn man kein Release , sondern "wie gewohnt" ein Fingertab oder einen Handschuh benutzen möchte? Jagdbögen sind eine eigene Bogengruppe. Sie haben ein relativ hohes Zuggewicht, um auf zu schätzenden Distanzen trotzdem das Ziel treffen zu können. Man kann schließlich nicht vorher die Entfernung zum Jagdwild ausmessen, anschließend den Bogen auf diesen Entfernung einschießen, um dann das Tier schießen zu können. Gleichzeitig sind diese Bögen relativ klein, damit man besser durch das Unterholz kommt. Es gibt sowohl Jagd-Recurve- als auch Jagd-Compoundbögen.
Bei Einem Target-Compoundbogen wählt man in der Regel einen größeren Bogen, da er ruhiger in der Hand liegt. Target-Compoundbögen dürfen in Turnieren nur mit maximal 60 lbs. geschossen werden.
Das Umstellen von Release auf Tab ist relativ einfach: Sie benötigen eine Recurve-Pfeilauflage und die Pfeilnock muss um 90 Grad verdreht sein (Leitfeder nach außen, statt nach oben oder unten.
Hallo! Wie fest soll die Pfeilnocke in der Sehne sitzen? Wenn das zu fest sitzt geht doch bestimmt viel Schußenergie verloren, oder? Halten Sie den Bogen so, dass der aufgenockte Pfeil nach unten zeigt. Schlagen Sie jetzt mit der Hand auf die Sehne - der Pfeil sollte jetzt herunterfallen. Sollte er hängen bleiben, sitzt die Nocke zu stramm. Sie können sie vorsichtig auseinander biegen (z.B. mit dem Rücken eines Messers). Sollte er schon vorher herausfallen, ist die Nocke zu locker. Sie sollten sie vorsichtig zwischen Damuen und Zeigefinger zusammendrücken. Erwärmen Sie die Nocken möglichst vor dem Biegen ein wenig (z.B. mit dem Fön oder unter heißem Wasser)
Sie schreiben in Ihrem „Buch“ Bogenschiessen für Einsteiger, dass man einen Trockenschuss NIE machen solle, um das Material zu schonen. Woher weis aber der Bogen, dass kein Pfeil auf der Sehne sass ? Ganz einfach: die Energie wird auf den Pfeil übertragen, die Sehne gleichmäßig beschleunigt. Das Gleiche gilt für die Wurfarme. Liegt kein Pfeil auf dem Bogen, schnellt die Sehne locker nach vorne, um anschließend die Bewegung der Wurfarme abrupt zu beenden. Dadurch entstehen extreme Schwingungen in den Wurfarmen, die zu Rissen führen können. Folge: die Wurfarme verlieren nach und nach ihre Spannkraft, oder sie brechen.
Weiters hätte ich noch eine Frage zur Spineweite. Die Spineweite ist ja die Steifigkeit. Wenn ich also einen RecurveBogen mit 28lbs habe und eine Pfeillänge von 28" dann entnehme ich eine Spineweite von 780 laut Ihrer Tabelle. Wenn ich aber mehr lbs beim Bogen habe brauche ich eine geringere Spineweite was ja weniger Steifigkeit bedeutet. Sehe ich das richtig, oder liege ich da falsch? Ich meine, warum braucht man weniger Steifigkeit, bei mehr Bogenstärke?! Falsch gedacht. Bei Aluminiumpfeilen steigen die Zahlen mit der Steifigkeit, da die ersten beiden Zahlen den Schaftdurchmesser in 64tel Zoll angeben, und die letzten beiden Ziffern wie Wandungsstärke in 1000stel Zoll. Bei Carbonpfeilen sinken die Zahlen mit steigender Steifigkeit, da es sich hierbei um den Durchbiegungsgrad handelt (Durchbiegung in 1000stel Zoll auf einer Länge von 28 Zoll).Je weicher der Pfeil, desto weiter biegt er sich durch, und desto höher der Wert.
Was sind Laminatbögen? Ein Laminatbogen besteht aus zwei verschiedenen Werkstoffen, deren Vorteile sich ergänzen. Moderne Laminatbögen bestehen in der Regel aus Holz mit einer (meist durchsichtigen) Fiberglasauflage. Reine Holzbögen haben ein sehr weiches Schussverhalten. Allerdings können die Wurfarme ausleiern, und bei unsachgemäßer Handhabung (z.B. nach dem Aufspannen sofort schießen) auch brechen. Reine Fiberglasbögen sind ziemlich unkaputtbar (mit Gewalt und Leerschuss geht aber auch das). Allerdings haben sie die unangenehme Eigenschaft beim Schuss stark zu schwingen (Handschock). Laminatbögen haben einen relativ geringen Handschock, und sind trotzdem bedeutend bedienungsfreundlicher. Ihnen macht es nichts aus, auch mal ein paar Tage aufgespannt zu bleiben, und sie sind sofort einsetzbar.
Es gibt auch andere Laminatzusammenstellungen, wie z.B. Holz/Carbon (gerne genommen bei Turnier-Recurvebögen), oder auch Holz/Bambus (schöne Alternative, jedoch eigentlich nicht käuflich. Sie werden von den Schützen üblicherweise für den Eigenbedarf selber hergestellt)
Hallo, ich habe eine Frage zur Rückenspannung beim Recurveschießen: Ist der gesamte Rücken damit gemeint oder nur der "Zugarm-Rücken"?
Meine Trefferlage liegt nach meistens recht guten Schüssen dann auf einmal zu weit links,wandern immer weiter nach links...das kann ich mir einfach nicht erklären.Und wie komme ich, wenn nötig auch in die linke Rückenspannung? Die rechte klappt gut.
Noch etwas zum besseren Verständnis: Ich habe etwa 8 Jahre "blank" geschossen - vor 2Jahren zu Recurve gewechselt. Beim Blankbogenschießen haben wir nichts von Rückenspannung gewußt.Oder dauert die Umstellung einfach so lange??
Ich habe heute im Training von ihren erfolgreichen Lehrmethoden erfahren, deshalb meine Fragen. Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe
mfg Monika G.
Hallo, die Frage ist ziemlich interessant, und zeigt ein altes Problem der Trainer: "Wie sage ich es meinem Kinde" ;-) Am Einfachsten geht das, wenn man erst einmal die Unterschiede der beiden Disziplinen ansieht.
Beim Blankbogenschießen, egal ob instinktiv (nach Gefühl) oder intuitiv (über den Pfeil gepeilt), hat man ein gutes Ergebnis, wenn man bei einer Entfernung von 18 Metern ein Ziel in der Größe eines Suppentellers trifft (vielleicht ein Bisschen kleiner). Das schafft man durch Üben, Üben, Üben - frei nach dem Motto: Dirk Nowitzki hat an seinem Basketball auch kein Visier, Bastian Schweinsteiger an seinem Fußball auch nicht und Bernhard Langer an seinem Golfball schon gar nicht. Treffen tun sie trotzdem.
Beim FITA-Schießen mit Visier sieht das anders aus. Da hat man ein gutes Ergebnis, wenn die Pfeile auf 18 Meter Entfernung auf die Fläche eines 2-Euro-Stücks passen (etwas mehr). Die 10 hat da nämlich nur einen Durchmesser von 4 cm.
Das Ergebnis erreiche ich nicht alleine dadurch, dass ich durch das Visier leichter zielen kann.
Genau so wichtig ist, dass ich immer die gleichen Pfeilgeschwindigkeiten habe wegen der ballistischen Flugbahn der Pfeile. Ein geringfügig langsamerer Pfeil trifft tiefer im Ziel ein, als ein Schnellerer (Folge unterschiedlicher Auszugslänge).
Genau so wichtig ist, dass ich immer gleich löse, damit der Pfeil sich beim Beschleunigen immer gleich durchbiegt (Spine), und dadurch immer gleich viel Energie schluckt.
Genau so wichtig ist, dass ich den Bogen immer gleich halte, damit er während des Beschleunigungsvorgangs immer die gleichen Auswirkungen auf den Pfeil hat.
Und wie bekommt man das Ganze jetzt zusammen? Genau da kommen wir jetzt zur Haltung des Schützen und zur Rückenspannung.
Die Haltung das Schützen sollte so sein, dass sie reproduzierbar ist: immer gleicher Auszug, immer gleicher Bogenhalt, immer gleiches Löseverhalten.
Fangen wir an:
Bogenhalt: das einfachste Thema. Halten Sie den Bogen immer gleich, egal, welchen Bogenhalt Sie bevorzugen. Ich persönlich bevorzuge den Bogenhalt, wie es die Koreaner vormachen: Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger sind geschlossen, der Zeigefinger geht halb um den Bogen herum und berührt fast den Daumen. Der Druckpunkt des Bogens liegt am Daumenballen.
Noch einmal zum Verständnis: Bögen werden nicht gegriffen, sondern nur nach vorne gedrückt. Ein Greifen kann während des Beschleunigungsvorgangs ein Verziehen des Bogens zur Folge haben, und das will man ja nicht. Der Bogen wird durch eine Bogenschlinge oder eine Fingerschlinge daran gehindert, nach dem Schuss in den Dreck zu fallen.
Immer gleicher Auszug: das ist die Sache mit der Rückenspannung.
Je weiter ich einen Recurvebogen ausziehe, desto mehr lbs. habe ich als Zuggewicht, und desto länger ist der Beschleunigungsweg. Selbst Auszugsunterschiede von wenigen Millimetern können sich auf der Scheibe in Zentimeter verwandeln. Einfachste Lösung: ein Klicker. Wenn ich einen Klicker verwende, habe ich immer die gleiche Auszugslänge. Es bleibt aber fraglich, ob ich dabei den Bogen vernünftig ruhig halten kann. Das kann ich aber, wenn ich mich darauf trainiere, meinen Körper mit gespanntem Bogen so zu sagen "einrasten" zu lassen, und zwar immer in der gleichen Position! Und das geht nicht einfach so, sondern ich muss meinem Körper Hilfsmittel an die Hand geben. Und das ist die Rückenspannung. Ich kann meine Schulterblätter spüren, wenn ich sie zusammenführe. Es dürfte mittlerweile klar sein, dass damit der ganze Rücken gemeint ist. Es nützt nämlich nichts, wenn die eine Seite angespannt ist, und die andere lose herumeiert.
Damit habe ich tatsächlich die erste Frage beantwortet :-)
Jetzt zum Umsetzen des Ganzen. Das ist das, wo sich die Trainer immer schwer tun, wie ich es oben schon erwähnt habe. Sie wissen jetzt, dass Sie den Köper mit gezogenem Bogen immer in die gleiche Position und Auszugslänge bekommen müssen. Versuchen Sie dafür, folgendes zu spüren:
Sie sollen das Gefühl haben, dass die Schulterblätter sich berühren. Das ist nicht schwer. Halten Sie die Schulter unten! Das ist schon schwerer, wenn keiner einem erklären kann, wie das geht. Ein kleiner Tipp: schieben Sie den Bogen im gezogenen Zustand von sich weg nach Vorne, so weit, wie geht. Dadurch passiert jetzt folgendes (bitte möglichst vor einem Spiegel ausprobieren). Der schiefe Rücken zieht sich gerade, die Schulter wandert nach unten, die Auszugslänge ist immer gleich.
Das Endergebnis ist reproduzierbar, und ohne Wackeln längere Zeit zu halten (was beim FITA-Schießen wichtig ist, um genug Zeit zum Zielen zu haben, mindestens 10 -15 Sekunden ohne Wackeln und Zucken)
Ja, ja, Bogenschießen ist schwer. Wäre es einfach, hieße es Fußball ;-)
Jetzt zur Problematik des Lösens: sehr wahrscheinlich die Ursache für das Wandern der Pfeile. Dazu eine kleine Anekdote aus meinen Anfangszeiten: Ich stand an der Schießlinie, und brachte ein für mich einigermaßen passables Ergebnis zu Stande - bis mir der Trainer sagte "du löst falsch". Er erklärte mir, dass ich die Hand stärker nach hinten ziehen muss, und um die Sehne herum. Ich habe es versucht, und - Sie ahnen es schon - nichts mehr getroffen. Bis nach einer guten Stunde Trainerwechsel war, und der neue Trainer mir sagte "reiß die Hand doch nicht so weit nach hinten". Also habe ich wieder gelöst, wie zu Anfang, und habe wieder getroffen. So kann es gehen.
Was lernen wir daraus? 1. Wenn man zwei Trainer hat, hat man schell drei Meinungen. 2. Es führt kein Weg darum herum, seinen eigenen Weg zu finden. Dafür muss man aber auch mehrere Wege ausprobieren, und den für sich günstigsten heraussuchen.
Jetzt wieder zum Lösen: Lösen Sie möglichst so: die Zughand bewegt sich während sie öffnet um die Sehne herum, um sie möglichst an Ort und Stelle zu lassen. Wichtig: das muss immer gleich, also reproduzierbar sein.
Probieren Sie es aus.
Ansonsten können sie natürlich auch einfach die Sehne entlassen, indem Sie die Finger strecken, und sonst nichts weiter. Nachteil: die Sehne wird stärker zu Seite gedrückt, da sie über die Fingerkuppen stark abgelenkt wird, und dadurch wird der Pfeil stärker durchgebogen. Dafür benötigen Sie evtl. Pfeile mit einem anderen Spinewert, und das wieder aufzufangen, und diese Technik hat ihre Grenzen, da die Sehne leider nicht immer gleich über die Finger gleitet.
Und so übt man das Lösen (egal, ob der Spinewert optimal passt, oder nicht):
- Scheibenentfernung: ca. 5 Meter! - Scheibenauflage: keine! - Stellen Sie das Visier so ein, dass das Visier ein wenig zu hoch steht. - Schießen Sie den ersten Pfeil auf die Scheibe. - Zielen sie bei den nächsten Schüssen immer auf die Nocke des vorhergegangenen Pfeils. Dadurch dürften dann alle Pfeile auf der Scheibe untereinander stecken.
Sie sollen schließlich das Lösen üben, und nicht das Treffen. Dadurch, dass sie das voneinander trennen, haben Sie einen weitaus höheren Trainingseffekt.
Die Pfeile werden übrigens alle schief in der Scheibe stecken, und das sollen sie auch. Ihr Ziel sollte es sein, dass alle Pfeile gleich schief in der Scheibe stecken. Steckt einer anders, war das ein Lösefehler.
Machen Sie diese Übung möglichst zu Anfang des Trainings ungefähr eine halbe Sunde lang.
Konzentrieren Sie sich einfach nur auf Ihre Körperhaltung und ihr Löseverhalten. Das Zielen auf den vorangegangenen Pfeil dient lediglich dazu, den Kopf vernünftig zu halten.
Nutzen Sie die Zeit ebenfalls, um sich mental zu trainieren: - Schließen Sie die Augen, und horchen Sie in Ihren Körper hinein. Fühlen Sie der Körperspannung nach. - Halten Sie den Bogen möglichst lange ruhig. - Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie auch mit geschlossenen Augen schießen. Glauben Sie mir: eine sehr interessante Erfahrung.
Anschließend gehen Sie mit den gesammelten Gefühlen an die Schießlinie, und schießen Sie Ihre Passen.
Ich wünsche Ihnen dafür "Alle ins Gold"
Ihr Norbert Kostka
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